Die Vernetzung, oder "Connectivity", ist ein dominierender Trend unserer digitalen Welt. Remote Work und Homeoffice sind klare Indikatoren dafür, dass es heute in vielen Berufsfeldern nicht mehr ausschlaggebend ist, von wo aus wir arbeiten, sondern vielmehr, wie wir unsere digitalen Vernetzungsmöglichkeiten zukünftig miteinander nutzen wollen.
Neben der Vernetzung von Menschen untereinander rückt auch immer mehr die Vernetzung von Mensch und Maschine in den Vordergrund. Es ist heute keine Besonderheit mehr, Fahrzeugzustände, wie den Ladezustand der Batterie, mittels App und Handy abzufragen. Und auch die Einführung des eCall, der Vernetzung des Fahrzeugs mit der Notrufzentrale, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Digitalisierung auch in Fahrzeuge einkehrt. Technologien, wie LTE bzw. 5G, ermöglichen ein ständiges Onlinesein und eine schnelle Kommunikation untereinander. Die Realisierung dieser Art von Datentransport und Kommunikation erfordert auch im Fahrzeug eine stärkere Vernetzung der Systeme, z.B. wenn über das Airbag System der Notruf ausgelöst und dadurch weitere Informationen wie die Anzahl der Insassen oder die schwere des Unfalls übertragen werden sollen. Verschiedene Technologietrends wie das Software Defined Vehicle und Hoch-Performance-Rechner werden den Kommunikationsbedarf für zukünftige Fahrzeuge weiter wachsen lassen. So erfordert z.B. automatisiertes Fahren eine Vielzahl von hochaufgelösten Sensordaten (Lidar, Kamera, Radar, Ultraschall), um ein genaues Umfeld-Modell erstellen zu können. Daneben steigt nicht nur die Nachrichtenmenge zur Kommunikation innerhalb des Fahrzeuges, sondern auch zur Kommunikation des Fahrzeuges mit der Außenwelt, wie z.B. zu einer Fahrzeughersteller-Cloud.
Diese steigende Komplexität bringt jedoch derzeit die klassischen Bussysteme an ihre Grenzen. Verschiedene Erweiterungen wie z.B. CAN FD und CAN XL haben in den letzten Jahren stattgefunden. Darüber hinaus hat auch Ethernet Einzug in die Fahrzeugvernetzung gehalten, was wiederum vollständig neue Vernetzungskonzepte im Fahrzeug ermöglicht. Die Kommunikation des Fahrzeuges nach außen ist auf Antennen angewiesen, welche in heutigen Fahrzeugen durchaus ein Dutzend oder mehr sein können, da auch der Fahrzeugzugang heute wesentlich mehr ist als nur zwei Knöpfe auf einem Funkschlüssel.
Um den daraus resultierenden, steigenden Anforderungen an die Fahrzeug-Architektur sowie den physikalischen Verbindungen auch zukünftig gerecht zu werden, arbeitet LEONI bereits intensiv an entsprechenden Technologien. Beispiele sind die Auslegung neuer EE-Architekturen in der frühen Entwicklungsphase zusammen mit den OEMs, die Herstellung von Datenkabeln für hohe Datenraten und auch die gemeinsame Entwicklung Zonaler Controller von Valeo und LEONI, eine wichtige Komponente neuer EE-Architekturen.